Dreimal schon konnte ich Renate Christin. die schier unermüdliche Aktivistin in der Kunst
- durch eigenes Schaffen und Kontakte - an dieser Stelle präsentieren: 2021, 2022 und 2025.
Diesmal wird das umfangreiche Lebenswerk der - sympathischen und gesprächsfreudigen -
Künstlerin von "ihrer Galerie" Dr. Erdel in einer sorgfältig gestalteten und eindrucksvollen
Jubiläumsausstellung mit dreißig Exponaten gewürdigt.
Dabei stellen einige Exponate ein angenehmes Wiedersehen aus früheren Ausstellungen dar,
andere ermöglichen eine feine erste Begegnung.
Es ist ein Lebenswerk, das zutiefst künstlerisch und zugleich eminent politisch sich darstellt.
Leben - Fluß - Donau. Die Künstlerin ist tief geprägt und beeindruckt von Fluß und Uferland
und den Staaten, die er prägt. Wie kann der - nach der Wolga - längste Fluß Europas in seinem
Lauf vom westlichen Mitteleuropa bis zum Schwarzen Meer die Völker und Staaten an seinem Ufer
Ufer friedlich vereinen? Die Balkankriege der neunziger Jahre sind nicht so lange vorbei...und an der
der Mündung ist die Ukraine Anliegerstaat...
Die politische Renate Christin sei hier herausgestellt mit den beiden herausragenden Beispielen
"Über den Zaun blicken" (2001; Mischtechnik auf Leinwand) und nicht zuletzt das "Grundgesetz"
als künstlerisches Manuskript in künstlerischer und zeichnerischer Gestaltung von 1999.
Nicht zu übersehen ist ihre ausdrucksstarke (und hoffnungsvolle??) Serie "Gemeinsames Haus Europa".
Wenn ich noch einen Wunsch an Renate Christin frei hätte: Ich könnte mir vorstellen, dass
die gemeinsame Trockenheit Europas in diesem Sommer 2026 auch für die Donau bedeutende
Bilder anregen könnte, bis zu den jahrzehntealten Funden im teils trockenen Flussbett, wie
Geräte, Fahrzeuge und natürlich (leider) Kriegsmaterial, vom Weltkrieg, den Balkankriegen....