Der Künstler wurde 1948 in Isny (Allgäu) geboren. Er lernte Steinbildhauer in München. Es folgte dann die Ausbildung zum Restaurator in
Florenz und Carrara. Axel F. Otterbach lebt und arbeitet seit 2004 in Bad Waldsee. Er ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und
in der "Neuen Gruppe", zeitweise war er als Galerist sowie als Dozent tätig. Erfreulicherweise steht in der Ausstellung eine ausführliche Biographie.
Eine Reihe von Ausstellungen und Buchveröffentlichungen zeigte bereits einige Arbeiten des Künstlers, die häufig als Großplastiken für einen
öfentlichen Raum geschaffen und dort auch platziert sind. Deutlicher Schwerpunkt seiner Arbeiten und Aktivitäten ist der Raum Süddeutschlands.
Diese eindrucksvolle und respektheischende Ausstellung in Regensburg präsentiert erstmals das künstlerische Lebenswerk von Alex Otterbach.
Gezeigt werden immerhin 109 Werke, die die verschiedenartigen und doch oftmals aufeinander bezogenen Arbeitsergebnisse darstellen.
Axel Otterbach arbeitet mit sehr diversen Materialien, u.a. mit Acryl-Dispersion, Blattgold, Bronze, Eisenfeilspäne, Granit, Marmor, Sandstein
und Stahl. Dabei ist ein Teil der Werke als Skulptur, ein weiterer Teil als Wandarbeit angelegt. Eine ansehnliche Zahl von Arbeiten sind Zeichnungen,
vor allem Brandzeichnungen, sehenswert sind auch die Photo-Graphiken und die drei Collagen. Da die Ausstellung das künstlerische Lebenswerk
von Axel Otterbach aufweist, ist es schon aufschlussreich, auch einen Blick auf das Jahr des Schaffens zu werfen. Und da ist ein erstes Werk aus
dem Jahr 1988 zu finden, aber auch Brandzeichnungen aus unserem Jahr 2026 sind vorgestellt. Auffallend vieles stammt aus den 20er Jahren
unseres Jahrhunderts. Bewusst farbig (blau) sind drei Werke, ansonsten ergibt das Material des Objekts die Farbe. Von den vielen Exponaten haben
mich der "Brückenstein" (2021, Skulptur, Gips, beschichtet; 12x30x8 cm) sowie die "Raumschicht 1" (2025, Wandarbeit, Eisenfeilspäne, korrodiert
auf MDF, flüssig Gold, Acrylfarbe) besonders beeindruckt.
Axel Otterbach verfolgt in seinen Werken das Ziel, seine Auseinandersetzung mit Raum, Zeit und Licht den Betrachtenden erlebbar zu machen
und den Blick auf Form und Oberfläche zu lenken. Allein bereits die Wahl der Materialien möchte dank der Phantasie und Emotion des Betrachters
bzw. der Betrachterin, oft in Kombination von Werk und Zeichnung (quasi als Gesamtkunstwerk), Denkprozesse in Gang setzen. Die Autonomie
des Künstlers möchte seine Werke gleichsam wie Musik erspüren lassen.
Gewiss wäre es sinnvoll, eine derartig bemerkenswerte Ausstellung - zumindest teilweise -auch in Wien oder Salzburg dem Publikum vorzustellen.