GASTGEBER DIAGONALE Di, 24.03.2026
Hlynur Pálmason – war mit seiner umfangreichen filmischen Werkschau persönlich Gast auf der diesjährigen DIAGONALE.

Die Filme des isländischen Filmemachers und bildenden Künstler zeichnen sich durch starke Naturverbundenheit und symbiotischer Beziehung zu seinem Heimatland aus. Mit großem Einfühlungsvermögen verortet er seine Motive – Tiere wie Menschen – in der ursprünglichen Landschaft Islands. Seine Darsteller ziehen durchs weite Land und er verfolgt sie mit einer Kamera, die nichts verschönt. Pálmason verwandelt Island in eine weite imaginäre Welt durch surreale Momente und überraschende Einfälle, Zeitraffer und Langzeitbeobachtungen.

GODLAND war sein dritter Spielfilm und hatte 2022 in Cannes Premiere. Gedreht im klassischen Academy-Format (dessen Seitenverhältnis von 1,33: 1 ein quadratischeres Bild erzeugt) nehmen die Landschaftsaufnahmen denselben Stellenwert ein wie die menschlichen Charaktere und Tiere. Sie bilden nicht nur den Rahmen für die Erzählung, sondern prägen diese auch maßgeblich. In diesem visuell kargem, trotzdem kunstvoll realistischem Historiendrama, welches im 19. Jahrhundert spielt, gerät ein junger Priester an seine physischen und psychischen Grenzen. Nur ein Holzkreuz, ein paar Bücher und seine Fotoausrüstung begleiten ihn auf dem Landweg zu einem entlegenen Ort (damals eine dänische Kolonie), wo er eine Kapelle und eine christliche Gemeinde errichten soll. Es ist eine Reise durch ein unwirtliches Land. Der Priester Lucas (Elliot Crosset Hove) ist Däne und weit davon entfernt sich zu assimilieren oder die Sprache der Isländer zu lernen. Nächstenliebe und Wohltätigkeit sind ihm fremd. So stellt sich auch die schwierige Beziehung zwischen Dänemark und seiner ehemaligen Kolonie dar.

Weiter Filme des Regisseurs sind SEVEN BOATS, THE LOVE THAT REMAINS und A WHITE WHITE, DAY.

©: Foto Hildur_Yr_Omarsdottir