A Russian Winter Sa, 21.03.2026
Über viele Umwege hat es einige russische junge Menschen 2022 nach Paris verschlagen. Russland war keine Option mehr mit Krieg, obwohl sie nicht verfolgt wurden. Sie hatten ein angenehmes Leben als Künstler – solange sie nicht demonstrierten oder sich offen gegen das Regime stellten. Über verschiedene Länder wie Türkei oder Georgien sind sie nach Frankreich eingereist.

Margarita hat in Istanbul einen Teil ihres Gepäcks zurückgelassen. Auch viele Erinnerungen sind in diesen Taschen und Koffern verblieben. Mit Yuri, einem Musiker verbringt sie noch einige Urlaubstage am Meer bevor sie nach Paris zurückkehren. Ob sie und ihre Freund:innen dort für immer bleiben, leben, sesshaft werden wollen ist ihnen noch nicht ganz klar. Sie versuchen sich jedoch von Anfang an zu organisieren. Der Regisseur Patrik Chiha begleitet diese kleine Gruppe mit einer beobachtenden, jedoch nicht voyeuristischen Kamera durch viele Gespräche. Er stellt keine Fragen, sondern zeichnet einfach ihre Gespräche auf. Er darf Teil ihrer Welt sein und kann somit ihre Gefühle, Ängste und Hoffnungen wiedergeben. Diese eröffnen dem Zuschauer ein fragiles, zerbrechliches Bild mit Momentaufnahmen einer existentiell unsicheren Situation.

Im Q&R nach dem Film, der auf der diagonale seine Österreichpremiere feiert, erzählt der Autor, dass sich die Beziehungen, die zuerst nur innerhalb der emigrierten Gruppe bestanden haben, sich Großteils auflösten und Partner und Freunde aus anderen Ländern fanden.

Auf die Frage an die Protagonisten, ob sie irgendwann nach Russland zurückkehren möchten, kamen zögerliche Antworten. Nicht zum Leben, vielleicht zu Besuch…

©: Aurora Fllm @ diagonale