Per Albin #5 Sa, 16.11.2019
Écarts_Stimmen, Abstände, Einüben, ...

Mittels performativer Skulptur (Hanako Geierhos) und plastischer Malerei (Florian Schmidt) fragen die beiden Künstler*innen nach dem Status des öffentlichen, privaten und sozialen Raums, bzw. nach der Bedeutung von Objekten und Bildern für das Entstehen neuer Kommunikationswege und sozialer Beziehungen. Dabei spielt der Begriff Écarts/ Abstände eine zentrale Rolle.

Abstände oder Zwischenräume sind konstitutives Element für Florian Schmidts aus Kartonstücken komponierten, zwischen Zwei- und Dreidimensionalität changierenden Bildräume, die wesentlich vom Malerischen bestimmt werden. Das daraus resultierende Linienspiel wird als abstrakte, raumbildende Struktur lesbar, innerhalb dieser die von den Platten gebildeten Écarts/ Abstände zugleich als Bruch- und Verbindungslinie zwischen Nachbarschaften und Umgebungen wahrnehmbar werden.

Hanako Geierhos stellt auf andere Weise "Abstände" her, wenn sie ihre aus gebrauchten, bunten Surfsegeln gefertigten Stoffbilder ("velas") in einem performativen Akt mit zufällig Beteiligten am Bergtaidingweg auslegt. Die Stoffrolle selbst stellt den "Abstand" zwischen den Beteiligten her, bildet aber auch deren gemeinsame Schnittmenge. Am Tag der Ausstellungseröffnung soll so ein "gemeinsames" Bild erstellt werden, welches sich als temporäre, künstlerische Plattform für neue Formen des Austausches in der Per-Albin-Hansson-Siedlung verstehen lässt.

Die Fotografien, die während dieser Performance entstehen, werden mit zeitlichem "Abstand" an den dafür freigehaltenen Rückseiten der Vitrinen am Bergtaidingweg gezeigt. Eröffnet wird der Ausstellungsparcours mit den jeweiligen Vorderseiten der Vitrinen, die das gemeinsame Projekt der beiden Künstler*innen vorstellen.

Das Geschäftslokal im EKAZENT fungiert als "Schaufenster" mit Tiefe, das die beiden Künstler*innen mit raumbildenden Strukturen ausgestalten, um sie mit den je eigenen Arbeiten in ein orts- und kontextsensibles Spannungsverhältnis zu setzen.

PR (Kerstin)