25 JAHRE LE MÂLE BY JEAN PAUL GAULTIER Mo, 30.11.2020
Einfach, weil Jean Paul Gaultier seit 1984 mit seiner ersten Herrenkollektion und dessen Darstellung freizügiger Männer Weltberühmtheit erlangte und seither Saison für Saison und Event für Event als Enfant terrible und Vater der Männermode gilt. Einfach auch, weil er den Männern zeigte, dass sie traditionelle Tabus brechen können. Dass ein Kilt oder ein Kleid durchaus männlich sein kann und dass das Leben nicht bloß schwarz oder weiß ist.

Der Mann aus Glas überrascht und macht neugierig. Wir zögern, bevor wir zugreifen und den kühnen Körper berühren. Den göttlich lasziven Apollo, fast als wären wir etwas schüchtern? Der Körper ist blau, einige nennen es Türkis, andere Taubenblau oder sogar Preußischblau. Der Hals des Flakons erstrahlt in metallischem Glanz. Der Ring am Sprühkopf erinnert an den Ohrring seines Schöpfers. Die Metalldose, ein weiteres Kultsymbol der Düfte von Jean Paul Gaultier, zeigt sich in neuer Version. Wie schon der Flakon macht auch die Dose deutlich, dass das hier nicht einfach ein weiteres Eau de Toilette für Männer ist.

Die Neuerfindung des Klassischen, angereichert mit frischer Entschlossen- und Doppeldeutigkeit. Ein wahres Vergnügen für Jean Paul Gaultier! Für Le Mâle sollte kein gewöhnliches Eau de Toilette für Herren entstehen. Mit der Hilfe des Parfumeurs Francis Kurkdjian zeigt sich der traditionelle Lavendel in Herrendüften diesmal von einer ganz neuen Seite. Eine ungewöhnliche Vorstellung, wenn man die ursprüngliche Idee von Jean Paul Gaultier bedenkt: Ein Duft, der die Sinnlichkeit eines sonnenverwöhnten, nackten Körpers am Strand hervorruft, ein wenig louche, zum Anbeißen. Einfach man selbst zu sein, etwas zu wagen. Den Anfang macht eine äußerst frische Note. Sprudelnde Minze, verfeinert mit Beifuß-Kräutern, Bergamotte und Kardamom. Eine deutliche Vorstellung dessen, was noch kommen mag. Der Lavendel schmiegt sich an Orangenblüten, mit einem Hauch von Zimt und Kümmel. Ein Lavendel in neuem Licht, entschlossen in der Herznote, die bewusst an die Akkorde des Damenparfums von Jean Paul Gaultier erinnert. Holz, Moschus, Ambra, Vanille und Tonkabohnen. Eine üppige Basisnote, unschlagbar und verführerisch auf der Haut. Von Kopf bis Herz pulsiert der Rhythmus des Duftes, ein Takt anders als der andere, unvergleichlich. Zuerst glaubt man, alles zu kennen, nur um dann zu spüren, dass man noch sehr viel mehr zu lernen hat. Wie ein Leben, das viele Leben in sich trägt ... oder ein Mann, der alle Männer umfasst.

PR (Kerstin)