Weißer Rauch: Pocahontas im Virginia-Megastore Mo, 04.11.2019
Das Leben und die Geschichten von Pocahontas wurden vielfach in der Populärkultur aufgegrif­fen und stehen paradigmatisch für die Verharmlosung von gewaltvollen Land- und Körpernah­men in der Kolonialgeschichte der USA.

607 soll die etwa 10-jährige Matoaka aka Amonute aka Pocahontas den Kolonisten John Smith vor der Hinrichtung gerettet haben, er mitbegründet Jamestown, Virginia, die erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika. 1613 wurde Pocahontas von den Kolonisten entführt und konvertiert. Sie heiratet den Tabak-Pflanzer John Rolfe, dem sie einen Sohn gebiert und daraufhin nach London reist. 1617 stirbt Pocahontas in Gravesend, England. Die First Families of Virginia wollen Nachkommen von Pocahontas und Rolfe sein. Pocahontas ist zum amerikani­schen Gründungsmythos gemacht worden.

Das junge Theaterkollektiv 3000THEATER nimmt diesen Mythos um Pocahontas sowie die Romantisierung der Geschehnisse im Film zum Anlass, die Geschichte mit Nancy Mensah-Offei in der Hauptrolle neu zu schreiben. Pocahontas macht sich auf den Weg über den großen Teich und feiert ihr fulminantes Comeback – losgelöst von allen stereotypen Perspektiven.

©: Foto Barbara Pálffy
PR (Kerstin)