WE BODIES - Aus der Norm getanzt Mi, 16.10.2019
Auf der Bühne stehen drei Menschen mit sehr unterschiedlichen Körpern. Welche Bewegungen entstehen, wenn sich diese Körper begegnen? Welche Vorstellungen machen wir uns vom eigenen oder fremden Körpern? Und von Körpern auf der Bühne?

Eine wiederkehrende Facette der performativen Auseinandersetzung des Trios in WE BODIES ist die Figur des Monsters. Das Monster ist ein Mischwesen: Weder Mann noch Frau, weder Tier noch Mensch, weder natürlich noch künstlich. Das Monster kann unsere Vorstellungen von Normalität außer Kraft setzten. Darin gleicht es dem Konzept des Wunders, das in seinem Auftreten ebenso unsere Vorstellung einer natürlichen Ordnung in Frage stellt.

Die drei Künstler*innen haben im Zuge ihrer langjährigen Forschungsphase eine hyperphysische und extreme Bewegungstechnik entwickelt, mit der sie Affekt-Zustände verstärken und transformieren. Angelehnt an die Autorin Elaine Scarry wollen sie die Architektur des Körpers verändern und in Folge die Form des Denkens. Die Tanzsprache in WE BODIES arbeitet mit Wiederholung und Rhythmik. Das findet sich auch in der Komposition von Tian Rotteveel wieder. Durch das Insistieren und Wiederholen von exzessiven Bewegungsabläufen entstehen zwischen den Körpern Situationen, die sich zwischen Abstraktion und Narration bewegen und in unterschiedlicher Intensität zum Vorschein kommen.

Choreografie,Performance: Teresa Vittucci, Michael Turinsky, Claire Vivianne Sobottke, Musik: Tian Rotteveel, Szenografie: Anna Wohlgemuth, Lilli Unger, Technische Leitung, Licht: Lukas Sander, Künstlerische Mitarbeit: Sheena McGrandles, Outside-eye: Marcel Bugiel, Rafal Pierzynski, Produktion: Groundworkers, Kira Koplin

©: Foto Anna Breit
PR (Kerstin)