Den Frauen ihr Recht Sa, 20.10.2018
100 Jahre Frauenwahlrecht im Spiegel von Literatur und Kunst!

Am 20. Oktober widmet sich die Reihe bilder.worte.töne einem wichtigen Aspekt des Gedenkjahres 2018, dem Frauenwahlrecht, das 1918 in Österreich eingeführt wurde. In einer gemeinsamen Lesung und einer Doppelausstellung wird das Thema aus ganz unterschiedlichen Aspekten beleuchtet.

Die politische Beteiligung von Frauen war nicht immer selbstverständlich. Es dauerte lange, bis sie ihr Recht auf politische Mitbestimmung erlangten. Bei der Gründung der Republik Österreich 1918 wurde das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts' in einem der ersten europäischen Länder festgeschrieben. 1919 durften Frauen erstmals wählen gehen und gewählt werden.

Sechs renommierte Autorinnen und ein Autor (großteils Mitglieder des PEN-Club Austria) und eine ehemalige Nationalratsabgeordnete verfassten neue Texte, die auch als Publikation herausgegeben werden. Im Mittelpunkt stehen Frauen, die im Lauf der Geschichte auf unterschiedliche Art und Weise für Gleichstellung kämpften und als Wegbereiterinnen der Emanzipation gelten. In der Doppelausstellung präsentieren zwei Künstlerinnen mit ungarischen Wurzeln Bilder von Frauen, nostalgisch und gegenwärtig.

Edwin Baumgartner: Der Generationenvertrag des Teufels.
Ein Plädoyer für die Frauendiskriminierung
Sonja Henisch: Olympe de Gouges. Ein Interview aus dem Jenseits
Irmtraut Karlsson: 100 Jahre Frauenwahlrecht - Österreich ein Sonderfall &
Biographie Marianne Saxl-Deutsch (Illustratorin des Plakates Den Frauen ihr Recht')
Doris Kloimstein: Wo wäre die Macht der Frauen, wenn die Eitelkeit der Männer nicht wäre Über das Kryptische des Fragezeichens am Ende des Aphorismus der Marie von Ebner-Eschenbach
Daniela Noitz: Wir leben in einer Schönen, neuen Welt. Gedanken zum Frauenwahlrecht
Ingrid Schramm: Der selbstopfernde Aktionismus der britischen Suffragetten
Claudia Taller: Sylvia Plath, amerikanische Schriftstellerin 1932-1963 - keine Feministin, wurde sie doch zu einer Kultfigur für die Frauenbewegung
Christine Tidl: Bertha von Suttner, mehr als eine Emanze

Diatverema (Ilona Petöne Szentes) begibt sich mit visuellen Methoden auf Spurensuche. Ausgangsbasis ist ein altes Foto, das die Belegschaft eines Budapester Steinmetzbetriebes um 1900 zeigt, in dem der italienische Urgroßvater und auch viele Frauen beschäftigt waren. Die Künstlerin zoomte immer tiefer in das Foto hinein, bis die Gesichter ganz verschwommen waren und man nur Stimmungen und Gefühle wahrnehmen konnte. Aus dieser Tiefe versuchte sie die Frauen durch das Hinzu-Zeichnen ihrer Augen mit Tusche und Aquarellfarbe zum Leben zu erwecken.

Àgnes Dudás, die mehrfach preisgekrönte Fotografin aus Budapest, zeigt außergewöhnliche Aufnahmen von Frauen und verweist in den sehr ästhetischen Darstellungen auf Vergangenheit und Gegenwart.