Das Essl Museum zeigt erstmals 60 Arbeiten von Pierre Alechinsky, Karel Appel und
Asger Jorn aus eigenem Bestand der Sammlung. Die drei Künstler zählen zu den
Protagonisten von CoBrA (1948-1951), deren revolutionäre Konzepte die Kunst nach
1945 weit über ihr Bestehen hinaus entscheidend prägte. Diese von Rudi Fuchs fürs
Essl Museum sensibel inszenierte Schau nimmt das 60jährige Gründungsjubiläum von
CoBrA zum Anlass. Sie verfolgt die künstlerische Entwicklung von Jorn, Appel und
Alechinsky über sieben Jahrzehnte hinweg.
Gleichzeitig zeigt die Ausstellung die besondere Beziehung, die das Sammlerpaar
Agnes und Karlheinz Essl mit den Werken dieser drei Künstler verbindet. Als sie Anfang
der 1990er Jahre beschlossen, ihre bislang auf österreichische Kunst der Gegenwart
fokussierte Sammlung um internationale Positionen zu ergänzen, war es Kunst von Jorn,
Appel und Alechinsky, die diese Neuausrichtung einleiteten. Heute besitzt die
Sammlung Essl signifikante Werkgruppen der drei aus unterschiedlichen Phasen.
Die Arbeiten, die unter dem Titel >post CoBrA< ausgestellt sind, wurden aus der
Begeisterung und der Leidenschaft der Sammler für diese Kunst erworben und sind
deshalb eine persönliche Hommage an die drei großen Künstler.
Der Niederländer Karel Appel und der Däne Asger Jorn waren unter den Künstlern,
die im November 1948 das Gründungsmanifest von CoBrA in einem Pariser Café
unterzeichneten. Ein Jahr später schloss sich der Brüsseler Maler Pierre Alechinsky
der Bewegung an. Sie benannten sich nach den Anfangsbuchstaben der Hauptstädte
Copenhagen, Brüssel und Amsterdam. Besonders der von ihnen entwickelte
experimentelle, gestische Malstil und der freie Umgang mit leuchtenden Farben prägten
die Kunst nachfolgender Generationen entscheidend.